Gedanken zum Tag der Arbeit am 1. Mai 2022

Veröffentlicht am 01.05.2022 in Ortsverein

Viele Menschen haben den eigentlichen Sinn und Ursprung des Feiertags 1. Mai vergessen oder verdrängt. Der Feiertag am 1. Mai geht auf das Jahr 1886 zurück. Damals begann in den USA am ersten Maitag ein mehrtägiger Generalstreik. Die Streikenden hatten das Ziel, den Achtstundentag durchzusetzen. In diesem Arbeitskampf mussten auch einige der Streikenden ihr Leben lassen.

In Gedenken an dieses Ereignis begingen am 1. Mai 1890 Hunderttausende Menschen in Europa den ersten "Tag der Arbeit". Ein Jahr zuvor hatte der Internationale Arbeiterkongress in Paris zu einem "Weltfeiertag der Arbeit" aufgerufen. In Deutschland beteiligten sich damals laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) rund 100.000 Menschen an Streiks, Demonstrationen und sogenannten Maispaziergängen.

Auch die deutschen Arbeiter forderten also bessere Arbeitsbedingungen und die Einführung des Achtstundentags. Der Internationalismus wurde zum Grundgedanken des Maifeiertags. Zweck der Maifeier war es, wie August Bebel (1840-1913) in der "Neuen Zeit" schrieb, "dem Gedanken der Solidarität der Arbeiterklasse in allen Kulturländern Ausdruck zu geben."

Der 1. Mai 2022

Die Gewerkschaften feiern den 1. Mai in diesem Jahr unter dem Motto „1. GeMAInsam Zukunft gestalten“.

Dazu gehört für uns eine Gesellschaft des Respekts. Respekt bedeutet auch, von seiner Arbeit leben zu können. Dafür haben wurde 2015 der Mindestlohn eingeführt, der seitdem regelmäßig gestiegen ist. Nun ist es Zeit für einen neuen großen Schritt: Ab Oktober 2022 soll der Mindestlohn auf 12 Euro steigen. Das Gesetz ist jetzt auf dem Weg, von der Erhöhung profitieren Millionen Menschen in ganz Deutschland. Darunter vor allem viele Frauen, zum Beispiel Reinigungskräfte und die, die an der Supermarktkasse sitzen. Davon profitieren viele Menschen, wo der Niedriglohnbereich wegen mangelnder Tarifbindung besonders groß ist. Der Mindestlohn bietet verlässlichen Schutz vor Armut. Denn bessere Löhne bedeuten auch bessere Renten.

Der 1. Mai steht in diesem Jahr auch unter dem Zeichen „Verantwortung für Frieden, Freiheit und Demokratie“. Putins Krieg gegen die Ukraine markiert eine Zeitenwende. Diese Bedrohung erfordert entschlossenes Handeln, ebenso wie Umsicht. Die Bundesregierung handelt, abgestimmt und gemeinsam mit unseren internationalen Partnern, entschlossen und geschlossen für Sicherheit in einem freien Europa.

Es geht um unsere wichtigsten Werte: Frieden und Freiheit. Um Menschlichkeit. Was kann jede und jeder Einzelne jetzt tun?

  • Spenden für humanitäre Hilfe im Land! Zum Beispiel beim Roten Kreuz oder der UNO-Flüchtlingshilfe
  • Viele Menschen, meist Frauen und Kinder, fliehen – auch nach Deutschland. Wer hat Platz und kann für die erste Zeit einen Übernachtungsplatz anbieten? Verschieden Initiativen vermitteln hierzu.

Den Tag der Arbeit sollten wir aber auch unseren vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern widmen, die sich tagaus, tagein auch in Murr in vielen Vereinen, Kirchen, Organisationen, politischen Parteien, kommunalpolitischen Gremien, in der Arbeit mit Demenz-Erkrankten, in der Flüchtlingsarbeit und – last but not least - in den Gewerkschaften ehrenamtlich engagieren. Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Arbeit für unsere Gemeinschaft!