Am 4. Juli 2009 findet in Neckarwestheim eine große Kundgebung gegen Atomenergie statt. Hierzu ruft ein breites Bündnis aus Bürgerinitiativen, Umweltverbänden und Parteien auf. Im Mittelpunkt der Forderungen steht die Abschaltung des 1976 in Betrieb gegangenen Atomreaktors Neckarwestheim I.
Start der Kundgebung am Samstag, 04.07.2009 ist um 13.30 Uhr am Bahnhof Kirchheim/Neckar. Der SPD-Ortsverein Murr beteiligt sich an dieser Kundgebung. Machen Sie mit, seien Sie dabei, wenn es darum geht die vertraglich vereinbarte Stilllegung des Atomkraftwerks zu fordern, setzen Sie sich mit uns ein für eine Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energiesparen. Wir treffen uns ab 12.30 Uhr auf dem Dorfplatz in Murr um Fahrgemeinschaften zu bilden, Abfahrt ist um 12.45 Uhr, Mitfahrgelegenheiten werden geboten.
Nach dem derzeit geltenden Atomgesetz muss der Stromkonzern EnBW den Altreaktor Neckarwest-heim I nach der Produktion einer Reststrommenge von circa 6,4 Milliarden Kilowattstunden (Stand 1.1.09) stilllegen. Diese Strommenge wäre bei störungsfreiem Volllastbetrieb in etwa einem Jahr produziert. Danach erlischt die Betriebsgenehmigung. Die EnBW will diese Rechtslage nicht ak-zeptieren und drängt auf eine Laufzeitverlängerung.
Auch viele Politiker und Wirtschaftsverbände setzen sich für einen Weiterbetrieb der zur Abschaltung anstehenden Meiler ein und wollen deshalb nach der Bundestagswahl das Atomgesetz ändern, und das obwohl in den Quartalsberichten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) im Jahr 2008 pro Quartal jeweils über 20 meldepflichtige Ereignisse in deutschen Atomkraftwerken verzeichnet werden mussten. Auch in Neckarwestheim waren im Jahr 2008 elf meldepflichtige Ereignisse festzuhalten.
Hiergegen will die geplante Demonstration im Vorfeld der Wahl ein Zeichen setzen. Motto: „Atom-kraftwerk Neckarwestheim I stilllegen - Laufzeit nicht verlängern - Atomausstieg jetzt und überall“.
Im Rahmen der Demonstration wird auf die Gefahren der Atomkraft hingewiesen, unter anderem wer-den die geologische Situation im Kraftwerksuntergrund, der jährlich anfallende Atommüll und auch die laufenden Emissionen in Abluft und Abwasser dargestellt.
Mit von der Partie bei der Kundgebung ist die „Stromrebellin“ Ursula Sladek, die nach dem GAU von Tschernobyl 1986 die „Schönauer Energieinitiativen“ mitbegründete und mit dieser Bürgerbewegung 1997 das örtliche Stromnetz der Schwarzwaldgemeinde Schönau übernahm und seitdem als Elektrizi-tätswerke Schönau das Schönauer Ortsnetz ökologisch und ökonomisch vorbildlich betreibt.
Einer der prominenten Redner der Kundgebung ist der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Hermann Scheer. Scheer ist Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien (World Council for Renewable Energy, WCRE), Vorsitzender des Internationalen Parlamentarier-Forums Erneuerbare Energien, Träger des Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) 1999 sowie wissenschaftlicher Publizist und Autor.
Musikalisch umrahmt wird die Kundgebung von dem aus dem Raum Ludwigsburg / Heilbronn stam-menden Trio „Des Geyers schwarzer Haufen“.