SPD-Bottwartal besichtigt die Biogasanlage in Großbottwar-Sauserhof

Veröffentlicht am 18.05.2010 in Ortsverein

Informationsdefizite in der Bevölkerung zu alternativen Energiequellen sind nach wie vor der größte Hemmschuh einer Energiewende. Noch sind in der Gesellschaft die angeblich verlässlichen Energie-quellen - Großkraftwerke betrieben mit Kohle, Erdöl, Erdgas und Kernkraft - wesentlich mehr akzep-tiert als die CO²-neutralen Energieanlagen, betrieben von Sonne, Wind und Biomasse.
Die SPD hat in ihrem Programm den Ausstieg aus der gefährlichen Kernenergie beschlossen. Die nicht gesicherte Entsorgung des Atommülls, das Verseuchen ganzer Landstriche beim Uranbergbau und das Festhalten an veralteter, störanfälliger Technik in den AKWs sollte uns alle dazu zwingen, für die Zukunft Alternativen zu suchen. Deshalb müssen keineswegs in der Energieversorgung Engpässe befürchtet werden. Es gilt, den weiteren Ausbau moderner, CO²-neutraler Energieversorgung und die Weiterentwicklung energiesparender Technik zügig voranzutreiben.
Eine Alternative dezentraler Energieversorgung ist die Biogasanlage des Geflügelhofs Föll in Großbottwar-Sauserhof. Die interessierten Besucher aus dem Bottwartal konnten sich auf einem Rundgang vom Anbau der geeigneten Pflanzen bis zu den Endprodukten - Strom, Wärme und Biodünger - einen beeindruckenden Überblick verschaffen.

Die Teilnehmer der Führung konnten auf der gesamten Anlage die Vergärung der Biomasse (Silage, Hühner- und Rindermist) im geschlossenen Kreislauf ohne Geruchsbelästigung verfolgen.
Der Geschäftsführer des Geflügelhofs, Martin Föll, erklärte den Besuchern die Technik bis ins Detail, auf jede Frage – auch auf die kritischen – wurde eine Antwort gegeben. Vor allem gab es Bedenken wegen des Verbrauchs von Lebensmitteln zur Energiegewinnung. Doch seit den Regelungen auf europäischer und nationaler Ebene bezüglich der Stilllegung landwirtschaftlicher Flächen zur Vermei-dung von landwirtschaftlichen Produktionsüberschüssen steht dem Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung gegenwärtig eine mehr als ausreichende Anbaufläche zur Verfügung. 15 % der landwirtschaftlichen Fläche auf Großbottwarer Gemarkung werden derzeit für den Betrieb der Biogasanlage genutzt. Der Anbau von Getreide und Futtermitteln für die Vergärung sichert den Landwirten in der Region auch angemessene Preise für ihre Produkte.
Mit dem durch den Gärprozess erzeugten Biogas wird ein Blockheizkraftwerk betrieben, das den Strom für die Haushalte einer Kleinstadt ins Netz speist und mit der dabei anfallenden Abwärme die gesamten Betriebs- und Wohngebäude der Familie Föll, sowie eine Anlage zur Klärschlammtrocknung beheizt. Auch dabei fiel zum Erstaunen der Besucher kein unangenehmer Geruch auf; das Substrat aus regionalen Kläranlagen darf nicht mehr, weil oft mit Schwermetallen kontaminiert, zur Düngung auf die Felder ausgebracht werden, sondern ist, in getrocknetem Zustand, in der Zementindustrie ein wertvoller Rohstoff.
Der am Ende der Biogasproduktion anfallende Dünger ist frei von Methangas und damit geruchsneutral, wobei die wertvollen Mineralien komplett enthalten sind und von den Pflanzen besonders gut ab-sorbiert werden. Die Silage anliefernden Landwirte erhalten das Substrat zur Düngung ihrer Felder, wobei sie einen nicht unerheblichen Teil von Kunstdünger einsparen können.
So kann innovative Landwirtschaft auch zukünftigen Generationen eine wirtschaftliche Grundlage bieten.

 

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